…das Leben eines Rassekanichenzüchters

Mein Name ist Thomas Koller, ich bin am 4.9.1963 in Erligheim (Kreis Ludwigsburg / Baden Württemberg) geboren.
Meine Eltern hatten es immer mit Tieren zu tun, meine Mutter stammte einst aus der Landwirtschaft, die meine Großeltern betrieben hatten.
Tiere hatten mich schon immer interessiert, vielleicht wurde das auch mir in die Wiege gelegt, da soll ja angeblich etwas daran sein.
In meinen jugendlichen Jahren hatte ich einen Klassenkameraden, Ihm sein Vater war der 2. Vorsitzende meines damaligen Heimatvereins,
der Kleintierzüchterverein Löchgau - Erligheim Z354.
Mein Schulfreund züchtete die Rasse Kleinsilber gelb und er war auch Mitglied in der damals sehr großen Jugendgruppe.
Im September 1978 lud mich mein Schulfreund zur örtlichen Jungtierschau wo er auch seine Tiere präsentierte, ein.
Ganz klar, ich hatte von Kaninchenzucht ja nicht den blassesten Schimmer,
aber ich hatte mir diese Ausstellung ob "Federvieh",(es waren Gänse, Enten, Hühner, Tauben) und besonders die Kaninchen sehr genau angeschaut.                              
Ich war, wie man so schön sagt, “von den Socken“, dass es so viele Arten und Farbenschläge von Kleintieren überhaupt gibt.                                                             
Ich kannte Legehühner (die meiner Eltern) in den Farben rot, schwarz und weiß sowie Kaninchen in allen gescheckten Variationen.                                                    
Aber mit Rassegeflügel – bzw. Rassekaninchen - Zucht, hatte dies ja nicht im Geringsten zu tun.  

Wie das Schicksal so spielt, oder sagen wir mal; “dummer Zufall“?


                                                                      

Es war auf dieser Vereinsschau auch eine Tombola. Ich kaufte mir von meinem Taschengeld 3 Lose für 1DM und gewann ein Angorakaninchen.                                      
Das Tier brachte ich voller stolz nach Hause und es bekam natürlich einen ehrenhaften Stall.                                                                                                            
Ein toller und hübscher Wuschel war dies. 
Weshalb der Züchter Ihn damals zur Verlosung hergegeben hatte kann ich heute nicht mehr sagen, die Freude daran war leider nicht sehr lange groß.                       
Mein Wuschel war sehr anhänglich, wenn er mich sah kam er sofort her gerannt, er durfte ja bei schönem Wetter im Garten herum springen.                                
Eines Tages, es muss durch Unachtsamkeit geschehen sein, hatte ich nicht richtig die Stalltüre verschlossen.                                             
Am nächsten Morgen bevor ich in die Schule ging sah ich wie der Hase im Garten herum stolzierte.                                                        
Zur Schule musste ich, somit hat meine Mutter das Kaninchen in den Stall gebracht.                                                                                         
Leider hatte es die vergangene Nacht fast nur geregnet und das Angorakaninchen war komplett Nass und sehr schmutzig.                                                          
Einen Tag später obwohl das Kaninchen getrocknet wurde war unser Wuschel Tod.                           
Entweder hatte er sich eine Erkältung zugezogen, oder irgendetwas gefressen.
Es war ein Schock für mich und die ganze Familie, denn das Tier war sehr großer Beliebtheit ob in der Familie und selbst bei den Nachbarn.                                   
Da ja mein Vater von einer Kaninchenzucht nicht so sehr begeistert war, fragte er mich ob ich in den hiesigen Verein eintreten möchte und Kaninchen züchten.               
Ihm lag es nur daran, dass er nicht Tag ein und Tag aus die Tiere versorgen müsse, gegen eine Kleintierzucht hat er prinzipiell keine Einwände.  
Tja und dann ging alles sehr schnell und ich hatte mich damals für die Rasse Marburger Feh entschieden und diese auch 10 Jahre lang gezüchtet.
Da der Kleintierzuchtverein Löchgau - Erligheim eines der stärksten Verein im Kreis Ludwigsburg war, hatte dies natürlich hervorragende Vorteile. Einen Vereinsmeistertitel mit 5 x 96 Punkte erreichte man hier nicht. Der Verein besaß glücklicherweise Züchter, egal ob Federvieh oder Kaninchen. Hier wurde mir das Züchten beigebracht! Die strenge hat vielleicht damals oftmals sehr "weh" getan, aber das brachte vom Fachwissen her natürlich nur Vorteile, besonders wenn man bundesweit auf große Schauen sich mit der Konkurrenz "anlegen" möchte.                             
Somit wurde ich natürlich auch im Feh- Lux und Separator Club Mitglied um auch hier meine Tiere unter starker Konkurrenz zu Präsentieren.                                   
Siegertiere, Clubmeister-, Vereins- und Kreismeister- titel errang ich in diesen Jahren, hatte somit großen Erfolg
Aber irgendwann bewegte es mich einmal eine andere Rasse zu züchten. Somit entschloss ich mich für Luxkaninchen die ich auch über Jahre hatte.        
Auch hier hatte ich großen Erfolg selbst mit einer Rasse die leider nur wenige Züchter im Bundesgebiet in Ihren Kaninchenställen haben.                                     

Auf einer Kleintierausstellung lernte ich meine langjährigen Zuchtfreunde Ute und Ulrich Hartmann aus Alfdorf kennen.                                                  
Uli war damals bzw. ist es auch noch heute, Clubvorsitzender im Neuseeländerclub von Württemberg, (übrigens auch Ihm ging es fast wie mir)                          
und irgendwie wollte ich auch mal größere Tiere und war ja nun bestens beraten.
Somit hatte ich mich den weißen Neuseeländern verschrieben, ich erhielt von meinen Zuchtfreunden ein hervorragendes Zuchtmaterial.
Mittlerweile sind ja Jahre vergangen und mein Sohn Simon stieg als Jugendzüchter mit seinen Deutschen Kleinwiddern in meinem Heimatverein mit ein.
Durch eine gravierende Änderung, blieb mir leider im Jahre 2001 keine andere Wahl als komplett mit der Rassekaninchenzucht aufzuhören.

3 Jahre vergingen und da wir uns von der Umgebung her ebenfalls neu orientiert hatten, erfuhr ich durch einen bekannten, dass in der Zuchtanlage eine Parzelle im hiesigen Ortsverein nicht besetzt ist.

Ich entschied mich wieder für meine Lieblingsrasse die Luxkaninchen.
Nun begann ich wieder eine Zucht aufzubauen, das überhaupt nicht einfach ist. Zudem die Luxkaninchen mittlerweile auf der "Roten" Liste stehen.

Aber ich denke, die Ausdauer hat hierbei gesiegt, obwohl ich auch Tiefschläge hinnehmen mußte.

Ich stehe heute mit meinen Luxkaninchen immer unter den ersten 3 Ausstellern dieser Rasse, ich hoffe es gibt auch künftig noch mehrere Interessierte wo sich dieser Rasse anschließen.

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Wir sind in zwei Vereinen Mitglied, dies ist der Z 555 Kaninchenfreunde Pfahlbronn und der Kleintierzüchterverein Z 397 Hohenstein-Kirchheim.

Seit 2012 sind wir umgezogen nach Ilsfeld - Auenstein.
Auf unserem 14 ar großen Grundstück haben wir eine sehr großzügige Stallanlage errichtet,  Platzprobleme haben wir hier Gott sei Dank nicht.
Wir haben bereits Aussen - und Innenställe, haben es so eingerichtet, dass wir ab dem zeitigen Frühjahr unsere Tiere in Aussenställe setzten, dies bis zum eintreffen der kalten Jahreszeit , logischerweise dann wieder nach Innen.

Meine Ehefrau Elisabeth züchtet Satin elfenbeinfarbig mit großem Erfolg, wir sind beide begeisterte Kaninchenliebhaber und haben uns diesem schönen Hobby voll verschrieben. 
Seit Ende 2014 haben wir eine weitere Rasse im Stall, dies sind nun die langersehnten Marburger Feh Kaninchen geworden.
 


Was ich mir sehr wünschen würde:

Wenn doch der eine oder andere unserer Mitmenschen sich diesem schönen Hobby anschließen würden.
Es ist zwar täglich Arbeit, aber auch eine sehr schöne Entspannung bei dem Umgang mit unseren Tieren.
Nicht zu vergessen, man kann durch dieses Hobby ob im Inland oder Ausland sehr viele liebe und nette Kontakte knüpfen.  

Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit


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